Symbolismus : Die Bewegung in 3 Minuten verstehen (Definition & Werke)
Stellen Sie sich eine Kunstbewegung vor, in der Leinwände zu Portalen in traumhafte Welten werden, in der jeder Pinselstrich eine Beschwörung und jede Farbe ein zu entschlüsselndes Mysterium ist. Meine Damen und Herren, darf ich Ihnen den Symbolismus in der Malerei vorstellen – jenen Stil des 19. Jahrhunderts, der dem Realismus ein freundliches „Nein danke" entgegenhielt und stattdessen lieber dem Imaginären zuprostete!
Der Symbolismus in der Malerei: Kurzdefinition

Was ist der malerische Symbolismus überhaupt? Er ist eine in den 1880er Jahren entstandene Kunstbewegung, die beschloss, der materiellen Welt den Rücken zu kehren, um die geheimnisvollen Gefilde der Seele, des Traums und des Mythos zu erkunden. Diese Künstler, wahre Pinseldichter, wählten es zu suggerieren statt zu zeigen, zum Träumen zu verleiten statt zu beschreiben. Kurzum: Es ist die Kunst, Ihre Leinwand in ein visuelles Rätsel zu verwandeln, das selbst die Sphinx vor Neid erblassen ließe!
Warum der Symbolismus die Kunst des 19. Jahrhunderts aufgemischt hat

Stellen Sie sich die Szene vor: Wir befinden uns am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Wissenschaft macht Riesensprünge, die Industrie läuft auf Hochtouren, und die Kunst... nun ja, die akademische Kunst schnurrt gemütlich in ihrer Ecke, auch wenn der Jugendstil das bald ändern wird. In diesem Kontext taucht der Symbolismus auf – wie ein rebellischer Teenager bei einem feinen Gesellschaftsdinner.
Die symbolistischen Maler hatten genug vom allgegenwärtigen Materialismus und dem herrschenden Positivismus. Sie beschlossen, der bloßen Wirklichkeitsdarstellung „Stopp" zu sagen und den Tiefen der menschlichen Seele „Hallo" zu rufen. Es war ein bisschen so, als hätte die Kunst eine kollektive Therapiesitzung beschlossen, aber mit Pinseln statt mit Worten!
Die Maestros des symbolistischen Pinsels: Das Dream-Team der oneirischen Kunst

Wer sind diese Künstler, die es wagten, Konventionen zu brechen und uns auf eine Reise in die Windungen des Unbewussten mitzunehmen? Lassen Sie mich Ihnen einige dieser gequälten Genies vorstellen:
- Gustave Moreau: Der unbestrittene König des französischen Symbolismus. Seine Leinwände sind wie visuelle Puzzles, in denen jedes Detail ein Hinweis zum Verständnis des großen Mysteriums der Existenz ist. Sein „Ödipus und die Sphinx" ist ein wahres Festival des Geheimnisses und der Sinnlichkeit.
- Odilon Redon: Der Meister der traumhaften Visionen. Seine seltsamen Geschöpfe und fantastischen Landschaften scheinen direkt aus einem fieberhaften Traum zu stammen. Man erzählt sich, er habe mit einem dritten Auge gemalt, das auf das Unsichtbare gerichtet war!
- Pierre Puvis de Chavannes: Der Ass der klaren und stillen Kompositionen. Seine Fresken in blassen Farben haben einen kleinen „Zen"-Touch avant la lettre. Er ist der ideale Maler zum Meditieren... oder für die Dekoration eines griechischen Tempels.
- Edvard Munch: Der gequälte Norweger, berühmt für seinen „Schrei". Wenn Sie wissen möchten, wie existenzielle Angst auf einer Leinwand aussieht – er ist Ihr Mann!
Die Themen der Symbolisten: Willkommen im Kuriositätenkabinett der Seele

Unsere symbolistischen Freunde hatten ihre kleinen Obsessionen – wiederkehrende Themen, die in ihren abstrakten Werken wie ein Ohrwurm auftauchten:
- Traum und Unbewusstes: Lange bevor Freud begann, sich mit unseren Neurosen zu beschäftigen, tauchten die Symbolisten bereits in die trüben Gewässer des Unbewussten ein. Ihre Leinwände sind wie offene Fenster zu einer traumhaften Welt, in der alles möglich ist.
- Mythologie und das Heilige: Griechische Götter, Engel, Dämonen... die ganze kleine Welt tummelt sich munter im symbolistischen Universum. Es ist ein bisschen wie ein göttliches Familientreffen, aber mit mehr Stil.
- Die Femme fatale: Ah, die Frau! Mal Engel, mal Dämon – die Symbolisten machten sie zu einer zentralen Figur, oft dargestellt als geheimnisvolles und gefährliches Wesen. Salome etwa richtet in ihren Werken wahre Verwüstungen an!
- Melancholie und Tod: Nicht gerade die Verkörperung der Lebensfreude, der Symbolismus! Tod, Spleen, Melancholie sind allgegenwärtig. Es ist das malerische Äquivalent dazu, bei Regenwetter Radiohead zu hören.
- Die mystische Natur: Für die Symbolisten ist die Natur nicht nur schöne Kulisse. Sie ist ein lebendiger Tempel voller Entsprechungen und Mysterien. Jeder Baum, jede Blume ist potenziell eine codierte Botschaft aus dem Jenseits.
Die Tricks und Techniken der symbolistischen Maler: Wie man seine Leinwand in ein interdimensionales Portal verwandelt

Wie machten es diese Leinwand-Magier, uns in ihre imaginären Welten zu transportieren? Hier einige ihrer malerischen Tricks:
- Vereinfachung der Formen: Weg mit überflüssigen Details! Die Symbolisten bevorzugen es, ihre Kompositionen zu reduzieren und auf das Wesentliche zu gehen. Es ist ein bisschen wie eine Diät, aber für Formen.
- Unnatürliche Farben: Warum sich mit einem blauen Himmel begnügen, wenn man ihn violett malen kann? Die Symbolisten spielen mit Farben wie ein DJ mit seinen Plattenspielern und schaffen einzigartige und evokative Stimmungen.
- Der Rückgriff auf Symbole: Natürlich! Eine Lilie für Reinheit, ein Schädel für den Tod, ein Spiegel für Narzissmus... Eine ganze visuelle Sprache entwickelt sich, wie ein illustriertes Wörterbuch der Emotionen und Ideen.
- Die Bedeutung der Linie: Die Konturen sind oft betont und schaffen klare und elegante Formen. Es ist eine Art Rückkehr der Zeichnung nach dem großen impressionistischen Fest.
- Die traumhafte Atmosphäre: Künstlerisches Verschwimmen, seltsame Perspektiven, unwahrscheinliche Gegenüberstellungen... Alles ist recht, um eine Traum- (oder Alptraum-) Atmosphäre zu schaffen.
Der Symbolismus quer durch Europa: Eine künstlerische Epidemie, die den Kontinent eroberte

Der Symbolismus ist ein bisschen wie ein Funkenregen, der sich über ganz Europa verteilte. Jedes Land brachte seine persönliche Note ein, wie in einem großen kontinentalen Kochrezept:
- In Frankreich, der Wiege der Bewegung, finden sich die großen Namen wie Moreau, Redon oder auch die Nabis (eine fröhliche Truppe, die den Symbolismus in Richtung Abstraktion vorantrieb).
- In Belgien betreiben Fernand Khnopff und James Ensor Symbolismus mit einem Hauch Surrealismus avant la lettre. Es ist ein bisschen so, als hätte Magritte künstlerische Großväter gehabt.
- In England haben die Präraffaeliten mit ihrer neu interpretierten mittelalterlichen Ästhetik den Weg für den Symbolismus geebnet. Dante Gabriel Rossetti und Edward Burne-Jones sind die unbestrittenen Stars.
- In den nordischen Ländern nimmt der Symbolismus dunklere und gequältere Züge an. Edvard Munch in Norwegen oder Hugo Simberg in Finnland tauchen uns in eisige und beklemmende Universen.
- In Mitteleuropa verleihen Gustav Klimt und seine Wiener Secession dem Symbolismus einen Hauch von Jugendstil-Schmuck. Das ist Symbolismus in der Champagner-und-Glitzer-Version!
Das Erbe des Symbolismus: Wenn die moderne Kunst ihren traumhaften Vorfahren dankt

Der Symbolismus ist keine alte verstaubte Geschichte des 19. Jahrhunderts. Sein Einfluss war weit über seine Zeit hinaus spürbar – wie ein wohlwollendes Gespenst, das durch die Kunstgeschichte geistert:
- Der Surrealismus ist ihm viel schuldig. André Breton, der Papst des Surrealismus, hat seine Schuld gegenüber den Symbolisten anerkannt. Ohne sie hätte Dalí seine Uhren vielleicht nie schmelzen lassen!
- Die abstrakte Kunst schöpfte aus der symbolistischen Idee, dass Kunst Ideen jenseits bloßer Darstellung ausdrücken kann. Kandinsky hat sich beim Betrachten von Redon sicherlich Notizen gemacht.
- Der Expressionismus, mit seiner Erkundung intensiver Emotionen, ist ein direktes Kind des Symbolismus. Man könnte sagen, es ist Symbolismus, der zu viel Kaffee getrunken hat.
- Sogar die zeitgenössische Kunst mit ihrer Vorliebe für Konzept und Symbol trägt die DNA des Symbolismus in sich. Es ist, als hätte Gustave Moreau Ururenkel auf der Biennale di Venezia!
Der Symbolismus, oder die Kunst, selbst mit offenen Augen zu träumen

Der Symbolismus ist weit mehr als eine bloße Kunstbewegung. Er ist eine Einladung zur inneren Reise, ein Eintauchen in die Tiefen der menschlichen Seele, eine Erkundung der unbekannten Territorien der Vorstellungskraft. Diese Künstler wagten es, Konventionen zu brechen und uns eine Kunst zu schenken, die direkt zu unserem Unbewussten spricht, die die geheimen Saiten unserer Empfindsamkeit zum Schwingen bringt.
Das nächste Mal, wenn Sie vor einem symbolistischen Gemälde stehen – begnügen Sie sich nicht damit, es zu betrachten. Lassen Sie sich hypnotisieren, träumen, stellen Sie sich vor. Wer weiß, vielleicht entdecken Sie ungeahnte Welten, verborgen in den Falten eines Gewandes oder im Glanz eines gemalten Blickes.
Für Neugierige: Tauchen Sie in das symbolistische Universum ein
- Besuchen Sie das Musée d'Orsay in Paris, ein wahrer Tempel des Symbolismus mit seinen Sammlungen von Moreau, Redon und Co.
- Erkunden Sie das Werk von William Blake, diesem englischen Vorläufer des Symbolismus, der Poesie und Malerei wie kein anderer vereinte.
- Im Fortgang der für die romantische Bewegung typischen Introspektion treibt der Symbolismus die Erkundung des Unbewussten und der Emotion noch weiter voran. Die symbolistischen Maler lassen sich von geheimnisvollen Themen und einer traumhaften Atmosphäre inspirieren und erben dabei zu einem Teil die Leidenschaft und den Lyrismus der Romantik.
- Lesen Sie „À rebours" von Joris-Karl Huysmans, den dekadenten Roman schlechthin, der viele symbolistische Maler inspiriert hat.
- Hören Sie „Prélude à l'après-midi d'un faune" von Debussy – das musikalische Äquivalent eines Gemäldes von Redon.
Der Symbolismus ist eine ganze Welt zu erkunden. Also – bereit für den großen Sprung ins malerische Unbewusste?

